Besuch aus der Steinzeit

Besuch aus der Steinzeit

 

Gerade eröffnet das Neanderthal-Museum seine Aufsehen erregende Ausstellung „Steinzeit-Massaker – Tatort Talheim“. Es geht dabei um ein Massaker, das sich vor 7000 Jahren ereignet hat.

 

Jetzt stellen Sie sich vor, ein leibhaftiger Steinzeitmensch steht plötzlich vor Ihnen. So geschehen vor einer Woche in der Albert-Schweitzer-Grundschule in Duisburg. Blumammu alias Jörg Albrecht besuchte dort meine dritte Klasse. Er stellte sich zunächst den Kindern vor und erzählte, wie sich sein Interesse an dieser Epoche der Menschheitsgeschichte entwickelt hat.

 

Inmitten all seiner authentisch hergestellten Gegenstände saß er und erklärte den Kindern, wie die Steinzeitmenschen Feuer gemacht haben. Er zeigte ihnen Feuerstein und den schwefelhaltigen Markasit, schlug sie gegeneinander und ließ die langen Funken sprühen. Der Schwefelgeruch war unverkennbar.

 

Aus einem großen Zunderpilz wurden Fasern abgeschabt und fanden zu einem kleinen Bausch gedrückt auf einem seiner Lederhosenbeine („Leder brennt nicht“) Platz. Zwei-, dreimal die Steine in geschicktem Winkel geschlagen, traf ein Funken auf den Zunder und brachte ihn zum Glimmen. Eine kleine Rauchwolke stieg auf. Die Kinder waren begeistert.

 

Nach dieser eindrucksvollen Demonstration wurde die Veranstaltung in den Schulgarten verlegt. Das gleiche Procedere - mit dem Unterschied, das jetzt durch trockenes Rohr, Tannenzapfen, Heu und Birkenrinde das Feuer richtig entfacht wurde, wobei die Luftzufuhr durch die Kinder geleistet wurde. Einzeln pusteten sie mit Eifer. In kurzer Zeit brannte ein Feuer, das mit Buchen- und Eichenholzscheiten immer mächtiger wurde.

 

Die mitgebrachten Kochsteine (Quarzite) wurden ins Feuer gelegt, um sie für die Nahrungsherstellung vorzubereiten.

 

Während die Kochsteine erhitzt wurden, demonstrierte Blumammu die Herstellung von steinzeitlichen Werkzeugen. Er schlug Feuersteinmesser für alle teilnehmenden Kinder, die anschließend das Gemüse mit Hilfe dieser Messer zerkleinerten und dabei feststellen mussten, das die Messer zwar sehr scharf, aber keineswegs leicht zu händeln waren. Trotzdem füllte sich der Weidenkorb und bald konnte die Suppe zubereitet werden.

 

In der Zwischenzeit hatte Blumammu eine flache Grube ausgehoben, ein Kochleder hineingelegt und ein Kind aufgefordert, Wasser hineinzugießen. Das Gemüse wurde zugefügt, zerstoßene Salzsteine gaben die Würze.

 

Jetzt wurde es spannend. Blumammu nahm mit Hilfe zweier Geweihstücke einen der Kochsteine und ließ ihn in die Kochschale fallen. Es knallte und zischte, weißer Wasserdampf stieg auf und das Wasser begann zu brodeln. Der in mehrere Stücke zerborstene Stein wurde entfernt und durch einen frischen ersetzt. Nach etwa zehn Minuten war das Gemüse gar, die Suppe fertig.

 

Im Schulgarten saßen achtundzwanzig Kinder mit vor Aufregung roten Wangen, die schwatzend aus grob geschnitzten Holzschalen ihre Suppe aßen.

 

Der Steinzeitexperte hatte aber noch weitere Themen im Gepäck. Die Kinder lernten, wie Farben hergestellt wurden, welche Kleidung, Musikinstrumente, Werkzeuge und Jagdwaffen es gab, wie Beutetiere erlegt und verwendet wurden und welche Bedeutung der Schamane hatte.

 

Blumammu hat mit seinem fünfstündigen Programm, vor allem durch das Lernen mit allen Sinnen, den Kindern ein Erlebnis bereitet, das für sie sicherlich unvergesslich sein wird.

www.feuer-steinzeit.de