Schock Deine Eltern, lies ein Buch

Seit dem PISA-Schock wird viel darüber lamentiert, dass Kinder zu wenig lesen. In gegenseitigen Schuldzuweisungen werden die Probleme hin und her geschoben. Ursachenforschung wird betrieben. Wie immer wird viel diskutiert.

 

Die Mayersche Buchhandlung, das Patmos Verlagshaus und der Buch Verlag Kempen haben gehandelt. Sie haben unter dem Motto „Schock Deine Eltern, lies ein Buch“ das bisher größte Leseförderprojekt in Nordrhein-Westfalen gestartet und GrundschullehrerInnen dazu aufgefordert, die Lesekompetenz und die Lesefreude der Kinder aktiv zu fördern.

 

Alle ersten und zweiten Grundschulklassen konnten am Projekt teilnehmen. Ein Fax reichte als Anmeldung. Unbürokratisch und vor allem kostenlos.

 

Selbstverständlich habe ich dieses Angebot genutzt und meine Klasse sofort angemeldet. Ein paar Tage später erreichte ein großes Paket unsere Schule. Darin befanden sich 30 Exemplare des Bilderbuches „Irma hat so große Füße“ von Ingrid und Dieter Schubert, sowie zwei Mappen mit Vorschlägen zur Unterrichtsgestaltung und Kopiervorlagen für zahlreiche Arbeitsblätter und Bastelbögen.

 

Das Buch hat einen hohen Aufforderungscharakter durch seine liebevoll gezeichneten Bilder. Die Kinder haben spontan begonnen darin zu lesen, weil bereits das Titelbild sie neugierig gemacht hatte.

 

Das Buch erzählt vom Anderssein, von Ausgrenzung und wie diese durch Freundschaft und gegenseitige Hilfe überwunden werden kann.

 

Eine überschaubare Handlungsstruktur, witzige Details, die Verknüpfung von Phantasie und Realität, sowie die Identifikationsmöglichkeit mit den Hauptfiguren waren die Auswahlkriterien.

 

Die Protagonisten der Handlung sind die Hexe Irma, die ihrer großen Füße wegen ausgelacht wird und aus dem Hexenwald flieht, sowie Lore, ein Mädchen mit besonders großen Ohren, bei der Irma landet.

 

Lore malt Irmas große Schuhe bunt an und zeigt ihr, wie man Zähne putzt, so dass ihr alle Zauberwörter wieder einfallen. Irma revanchiert sich, indem sie Lore das Fliegen beibringt. Durch die gegenseitige Hilfe gewinnen beide an Selbstvertrauen. Das offene Ende lässt Raum für eigene Ideen.

 

Zwei Wochen lang standen Irma und Lore im Mittelpunkt des Unterrichts. Die Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Buches wurde den Kindern auf sehr vielfältige Weise ermöglicht. Sie haben nicht nur gelesen, sondern auch nachgespielt, geschrieben, gemalt, gestaltet und gesungen. Dabei konnten sie sich auf unterschiedlichen Wegen den Texten nähern und sie verstehen.

 

Diese Aktion sei hiermit zur Nachahmung empfohlen.

Vielen Dank den Initiatoren.