Iiiiiiiiiiih, Regenwürmer

Regenwürmer gehören nicht gerade zu den Lieblingstieren der Kinder, im Gegenteil – die meisten Kinder haben eine durch das Verhalten der Erwachsenen geprägte Abneigung gegen Würmer.
 
Früher hieß es: „Nur ein toter Wurm ist ein guter Wurm“. Charles Darwin hat diese Äußerung gründlich widerlegt, indem er nachwies, dass Regenwürmer die Erde gründlich durchmischen, sie auflockern, sie mit Sauerstoff und Stickstoff anreichern und für die Humusbildung unverzichtbar sind.
 
Grund genug, sich handlungsorientiert mit Regenwürmern im Unterricht auseinanderzusetzen. Dabei ist das Ziel, die Kinder zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen zu sensibilisieren und wissenschaftliches Arbeiten anzubahnen.
 
Auf einem Unterrichtsgang, aber auch zu Hause sammeln die Kinder Regenwürmer, richten Beobachtungsgläser und einen Beobachtungskasten ein. Sie erstellen Regeln für den Umgang mit den Tieren; Vorwissen wird eruiert und Fragen werden gesammelt.
 
Jeden Tag steht eine andere Forscherfrage auf dem Programm. Wie sieht mein Regenwurm aus? Wie bewegt er sich? Kann der Regenwurm sehen, riechen, fühlen? Welche Feinde hat er?
 
Die Kinder versuchen, Experimente zu erfinden, die ihre Fragen beantworten. Sie leuchten zum Beispiel einen Wurm mit der Taschenlampe an und erkennen an seiner Reaktion, dass er Hell und Dunkel unterscheiden kann, obwohl er keine Augen hat.
 
Mit Honig- und Essigwasser überprüfen sie vorsichtig, ob er Geruch wahrnehmen kann. Sie hantieren mit Lupen, beobachten, erklären, diskutieren, notieren Ergebnisse. Auch Bücher zum Thema unterstützen sie bei ihren Nachforschungen.
 
Im Beobachtungskasten verfolgen sie die Vorgehensweise der Tiere. Die gegrabenen Gänge und das Durchmischen der Erdschichten sind deutlich zu erkennen, ebenso das Einziehen der Nahrung.
 
In der nächsten Woche werden wir unsere Regenwürmer verabschieden und sie in ihren natürlichen Lebensraum aussetzen. Danach wird das Verhältnis der Kinder zu Regenwürmern ein anderes sein.