Einschulungsfeier

„I-Dötzchen - Kaffeeklötzchen“ – ist es wirklich schon ein Jahr her, seit die Rasselbande in mein Leben gestürmt ist?
 
Am ersten Schultag nach den Sommerferien fällt die Begrüßung fast überschwänglich aus. Die meisten Kinder freuen sich, dass es endlich wieder losgeht. Voller Erwartung hüpfen und rennen sie in den Klassenraum. Die meisten Regeln sind in Vergessenheit geraten, der Text für den Rap leider auch.
 
Die frisch gebackenen Zweitklässler haben einem Ritual folgend die Aufgabe, die Schulneulinge zu begrüßen. Vor den Ferien haben wir einen Tanz mit Schirmen einstudiert, auch der Buchstabenrap klappte perfekt.
 
Nach sechseinhalb Wochen fangen wir fast wieder bei Null an. Fast zwei Stunden brauchen wir für die Proben. Immer wieder verpasst ein anderes Kind seinen Einsatz. Und noch einmal das Ganze… Augen werden verdreht, tiefe Seufzer vernommen, zwei Kinder treten in den Sitzstreik, einer fragt, wann die Schule endlich aus ist. Mehrere der gemalten Buchstabenbilder haben nicht überlebt. Toll!
 
Ich gebe auf. Es wird schon „schief gehen“. Gut, dass eine Mutter mir noch hilft, die Buchstabenbilder wieder herzurichten und zu ordnen.
Alles liegt bereit.
 
Am nächsten Morgen strömen aufgeregte Erstklässler mit Eltern und Verwandten in die Turnhalle. Meine Großen sind äußerlich ganz cool, dabei klopft einigen das Herz bis zum Hals. Aber Rap und Tanz klappen fast fehlerlos und das Publikum applaudiert. Geschafft!
 
Stolze Zweitklässler ziehen von dannen und können zum Tagesgeschäft übergehen.
Endlich sind sie keine I-Dötzchen mehr.