Katzen

Die meisten Kinder wünschen sich ein Haustier. Ein Tier zum Kuscheln, Streicheln und Liebhaben. Den wenigsten ist bewusst, dass so ein Tier viele Bedürfnisse hat, die es zu erfüllen gilt.

Ein Kind bringt das Foto einer Katze mit.
Das ist ein willkommener Anlass, über Katzen zu sprechen. Die Kinder schreiben in ihr Tagebuch, was sie bereits über Katzen wissen und überlegen sich, was sie noch wissen möchten. In der großen Klassenrunde stellen sie ihre Kenntnisse und ihre Fragen vor.

Am nächsten Tag präsentiere ich den Kinder eine Katzenwerkstatt, in der alles zum Thema „Katze“ zu finden ist.

Es gibt Sachbücher zum Anschauen und Lesen, Arbeitsblätter, auf denen man lernen kann, welche Körperteile eine Katze hat, welche Dinge man kaufen muss, damit eine Katze sich wohl fühlt, wie die wilden Verwandten der Katze heißen.

Andere Arbeitsblätter regen an, die wichtigen Wörter mehrmals zu schreiben, damit sie sich einprägen.

Es gibt katzenfellähnlichen Webpelz, der den Kindern ein haptisches Erlebnis ermöglicht. Die Kinder sammeln Bilder und Fotos von Katzen. Sie schreiben Katzengeschichten.

Dann besucht uns Bruno, der Kater einer Schülerin. Die Kinder sind mucksmäuschenstill, als die Mutter den Katzenkorb in die Klasse bringt. Sie wissen, dass Bruno Angst bekommt, wenn alle durcheinander schreien. So beobachten sie, wie der Kater neugierig durch das Gitter äugt und mit seiner Pfote versucht durchzulangen.

Die Mutter setzt den Korb vorsichtig ab und erzählt den Kindern, was Bruno frisst und trinkt, dass er ein Katzenklo benutzt und dass er gern spielt. Sie zeigt sein Spielzeug und das Trockenfutter, das er bekommt. Sie wird nicht müde, die vorbereiteten und spontanen Fragen der Kinder zu beantworten.

Dann darf Bruno heraus aus seinem Korb. Sofort erkundet er die Umgebung, läuft um Tornister und Kinderbeine in jede Ecke des Raumes. Leider ist er nicht dazu zu bewegen, mit seinen Spielsachen zu spielen, deswegen können wir nicht sehen, wie hoch er springen kann. Da muss das mitgebrachte Foto genügen.

Aber die Kinder staunen über die Lautlosigkeit, mit der sich Bruno bewegt und können sich nun vorstellen, dass er sich gut anschleichen kann. Nachdem Bruno wieder weg ist, brauchen die Kinder eine Spielpause. Leise zu sein ist anstrengend.

Fast drei Wochen lang beschäftigt uns dieses Thema. Die Kinder sammeln ihre Arbeiten in einem Hängeregister. Zum Abschluss binde ich für jedes Kind daraus ein Buch.

Stolz nehmen sie es in Empfang.
„Das habe ich gemacht!“