Von Euro und Cent

Der Umgang mit Geld fasziniert Kinder. Allerdings sind die Kenntnisse der Erstklässler sehr unterschiedlich. Deswegen interessiert es mich, was die einzelnen Kinder bereits als Vorwissen mitbringen.

Wir tragen unsere Kenntnisse zusammen. „Mit Geld kann man etwas kaufen.“ „Wenn man keines mehr hat, geht man zum Automaten.“ „Die Geldstücke heißen Euro und Cent.“ „Mein Papa hat sein Geld bei der Sparkasse.“ „Es gibt auch Geldscheine.“ „Ich habe schon viel Geld in meiner Spardose.“ „Ich kriege Taschengeld.“

Natürlich entsteht bei dem Gespräch schon viel Erklärungsbedarf. Die Kinder diskutieren lebhaft miteinander, jeder kann etwas beitragen.

Ich habe von jeder Münze mehrere Exemplare mitgebracht, so dass jeweils zwei Kinder den kompletten Satz zur Verfügung haben. Mal sehen, was sie alles herausfinden.

Es ist erstaunlich, was die Kinder wahrnehmen. Es gibt acht Münzen. Alle haben einen unterschiedlichen Wert, der auf der einen Seite aufgedruckt ist. Auf dieser Seite sehen alle Münzen gleich aus. Auf der anderen Seite sind sie unterschiedlich. Auf manchen ist ein Adler, auf anderen ein Kopf oder ein Baum. Die Euros sind zweifarbig, die Cents einfarbig. Auch die Ränder der Geldstücke sind verschieden. Das kann man besonders gut fühlen, wenn man die Augen schließt.

Obwohl die Kinder die Geldstücke genau untersucht haben, fällt es ihnen schwer, an Hand der Rückseiten zu erkennen, um welches Geldstück es sich handelt. Immer wieder müssen sie es umdrehen und nachschauen. Ob Erwachsene dabei sicherer sind?

Da in Klasse 1 erst die Zahlen bis 20 behandelt werden, arbeiten wir zunächst mit den kleinen Cents. Jedes Paar bekommt einen Beutel mit je zwei 1-ct-, 2-ct- und 5-ct-Münzen. Ein Kind nimmt zwei der Geldstücke verdeckt in die Hand. Der Partner muss raten, wie viel Geld es ist. Mit diesem Ratespiel erreiche ich Zweierlei, zum Einen wird immer wieder deutlich, dass die Geldstücke unterschiedliche Werte haben, zum Anderen üben die Kinder die Addition bis 10.

Alle diese Kenntnisse brauchen die Kinder für unser nächstes Thema: Einkaufen.