Von Weihnachtsmännern und Nikoläusen

Heute Morgen in der Schule.
Die Kinder sitzen in einem großen Kreis um die brennende Kerze.
Folgendes Gespräch entwickelt sich:

„Warum habe ich die Kerze angezündet?“
„Gestern war Advent.“
„Ja, gestern war der erste Advent. Was bedeutet denn Advent?“
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„Advent bedeutet Ankunft. Weiß jemand, wessen Ankunft wir am Heiligen Abend feiern?“

„Das Christkind kommt.“
„Wer ist denn das Christkind?“
„Das ist so ähnlich wie ein Engelein. Es fliegt am Fenster vorbei und bringt Geschenke.“
„Das ist nicht ganz richtig. Hat jemand eine andere Idee?“

„Der Weihnachtsmann kommt. Er hat einen Rentierschlitten mit Geschenken. Die Rentiere kriegen ein besonderes Futter. Dann können die fliegen. Der Weihnachtsmann landet auf dem Dach und wirft die Geschenke durch den Schornstein.“
„Das sind zwar schöne Geschichten, aber wir feiern auch nicht die Ankunft des Weihnachtsmannes.“

„Ich weiß, es ist der Nikolaus.“
„Wer ist denn das?“
„Das ist der, der die Socken voll macht.“
„Das stimmt auch nicht. Der Tag des heiligen Nikolaus ist der 6. Dezember. Am Nikolaustag stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Tür und die Eltern füllen Süßigkeiten und Nüsse hinein. Aber wer war dieser Nikolaus?“

„Der Freund vom Knecht Ruprecht.“
„Nikolaus war ein Bischof. Seine Geschichte erzähle ich euch am Nikolaustag.

Es ist nicht das Christkind, nicht der Weihnachtsmann und auch nicht der Nikolaus. Überlegt noch mal, wessen Geburtstag wir am 24. Dezember feiern.“
„Wir feiern die Geburt des Jesuskindes.“
„Das ist richtig.“

Die beiden Mütter, die hospitieren, haben Mühe, sich das Lachen zu verkneifen.

Bei einigen Kindern habe ich den Eindruck, dass sie sich nicht ganz sicher sind, ob es vielleicht doch ein Christkind oder einen Weihnachtsmann gibt. Deswegen lasse ich die Äußerungen erst mal so stehen. Sie werden die Wahrheit noch früh genug erfahren.